Sjælland Tag 3

Der letzte Tag in Roskilde ist angebrochen. Heute Abend habe ich ein Zimmer in Næstved gebucht, wo ich gegen sechs Uhr abends Einchecken muss. Also habe ich noch etwas Zeit für Erkundungen.

Ich starte das Auto und fahre auf der Primærrute 14 bis nach Ringsted, wo ich auf die Autobahn E20 auffahre. Ich fahre gen Westen. An der letzten Ausfahrt, vor der Storebæltsbroen, fahre ich ab und kämpfe mich durch Halskov. Auf den ersten Blick ist es eine ziemlich unspektakuläre Stadt. Der Strand von Grandskoven ist mein Ziel. Ich parke mein Auto am Straßenrand und laufe die letzten Meter zum Halskov Havn. Mein Weg führt mich weiter die Mole entlang, welche nicht mehr im besten Zustand ist. Das letzte Stück spar ich mir, die Löcher im Boden sind dann doch zu groß. Von diesem Platz hat man wohl die beste Sicht auf die Storebæltabroen. Ein beachtliches Bauwerk, was sich hier über das Wasser spannt. Dank des guten Wetters hat man sowohl eine tolle Sicht auf die kleine Insel Sprogø, als auch auf das andere Ende der Brücke, welches auf Fyn liegt. Die Häuser von Nyborg am Fuße der Brücke sind ebenfalls nicht zu übersehen. Ein riesiger Tanker schiebt sich durchs Wasser nach Norden. Leider fahre ich hier heute nicht über die Brücke, aber es steht definitiv auf meiner To-do-Liste. Ich klettere an einer kleinen Eisenleiter die Mole nach unten. Was tut man nicht alles für einen Geocache?! Als ich wieder hoch klettere, schwimmt ein Patrouillenboot der Dänisch Königlichen Marine in Richtung Brücke. Ich gehe zurück zu meinem Auto, werfe einen Blick auf die Karte und die Uhrzeit und plane meine weitere Reise. Mein nächstes Ziel ist nur ein kleiner Fleck auf der Karte und wie ich am späten Abend noch erfahren werde, auch ziemlich unbekannt.



Es geht nach Korsør und von dort aus weiter nach Skælskør. Von hier ist auch Næstved ausgeschildert, sehr praktisch. Einige Kilometer hinter Skælskør biege ich von der Hauptstraße ab und folge einer kleinen Straße über einige kleine Dörfer, bis ich das Meer erneut sehen kann. Ich fahre über einen kleinen Damm und befinde mich auf der kleinen Insel Glænø. Ich parke mein Auto auf den ersten Metern der Insel um ein paar Fotos zu machen. Ein nicht zuzuordnendes Brummen durchdringt die Stille. Nach einigen Minuten kommt ein großer Traktor auf mich zu. Glücklicherweise habe ich mein Auto nicht auf der Straße stehen lassen. Von der Breite passt dieser Traktor gerade so über den Damm. Der Fahrer grüßt freundlich und scheint sich zu freuen, mal jemand anderes auf der Insel zu sehen. Nachdem ich einige gute Bilder im Kasten habe, fahre ich entlang der wohl einzigen Straße der Insel, bis diese direkt am Meer endet. Ich ziehe meine Gummistiefel an und steige die kleine Leiter zum Ufer herab.  Es ist größtenteils felsig, aber in einigen Metern Entfernung kann ich etwas Sand entdecken. Ich kämpfe mich vor und bin froh, mich für die Gummistiefel entschieden zu haben. Auch hier entstehen einige schöne Fotos. Es gibt eine Sage, die besagt, dass die Schwesterinsel Vænø einst im Meer versank und nun auf den Untergang von Glænø wartet. Bei ruhiger See soll man wohl die Weiden von Vænø in der Tiefe ausmachen können und die Kirchenglocke hören. Am Südende der Insel, wo ich gerade stehe, ist das Meer leicht wild. Am Damm hingegen war es doch schon sehr ruhig. Kirchenglocken konnte und kann ich aber auch jetzt nicht hören. Ich stolpere zurück zu meinem Auto, werfe die Gummistiefel in den Kofferraum und fahre ein Mal über die komplette Insel zurück zum Festland. Während der ganzen Zeit auf Glænø sehe ich ganze fünf Menschen, zwei davon sogar mehrmals. Alle sind durchaus freundlich und grüßen bei jeder Begegnung.



Ich fahre zur Sekundærrute 265 und nehme diese bis Næstved. Da ich bei Ankunft noch etwas Zeit habe, bis ich in meiner Unterkunft einchecken kann, fahre ich erst einmal durch die Stadt. Ein relativ hohes und großes Gebäude fällt einem sofort ins Auge, das Krankenhaus. Schön ist anders! Nach einer Weile lande ich am Storecenter, einem relativ großen Einkaufszentrum. Unter anderem gibt es hier eine kleine Pizzeria. Da ich den ganzen Tag noch nichts gegessen habe, kehre ich hier ein. Nach kurzer Wartezeit gibt es eine riesige heiße Pizza Margarita. Geschmacklich ist es eine der Besten, die ich je hatte!

Gut gestärkt geht es endlich zur Unterkunft.   Ich beziehe mein Zimmer und werfe einen kurzen Blick auf den Stadtplan. Zu Fuß geht es ins Zentrum, auf der Suche nach einer Bar. Die erste schließt gerade vor meiner Nase die Tür, also suche ich weiter. Nach kurzer Zeit finde ich etwas, das noch geöffnet hat: Slukefter. Bei uns nennt man es schlicht Kneipe. Zwei Damen und zwei Herren sitzen am Tresen und spielen ein Würfelspiel mit dem Barkeeper. Eine weitere Gruppe von drei Männern spielt in der hinteren Ecke Billard. Jeder hier ist mindestens doppelt so alt wie ich, außer der Herr hinter der Bar. Ich setze mich ebenfalls an den Tresen und genehmige mir ein Bier. Da der Zapfhahn anscheinend defekt ist, gibt es nur Bier aus der Flasche, aber das ist mir auch Recht. Die drei Herren aus der Ecke gesellen sich mit an den Tresen, man kommt ins Gespräch. Plötzlich steht ein Schnaps vor meiner Nase, spendiert von einer der Damen. Es ist Lakritz-Wodka. Ich denke, Wodka ist toll und wird dieses furchtbare Lakritz sicherlich überdecken. Wir stoßen an. Es ist der furchtbarste Schnaps, den ich je getrunken habe! Selbst Kräuter ist dagegen genießbar. Dieser Schnaps schmeckt nicht nach Wodka und nur minimal nach Lakritz. Der eigentliche Geschmack ist eine mega abartiges Zuckerwasser. Zum Glück habe ich mein Bier zum Nachspülen. Als dieses leer ist, spendiert mir einer der Billard-Herren ein neues. Und schwupps, bekomme ich wieder so einen mega leckeren Schnaps von Lars (dem Barkeeper) vor die Nase gestellt. Die Nacht endet zum Glück kurz darauf, dank Schließzeit der Bar. Der Weg zurück zur Unterkunft kommt mir jetzt nachts doch etwas länger vor als der Hinweg. Nach einer halben Ewigkeit falle ich müde ins Bett.

Falls mal jemand dieses Zeug probieren sollte, wüsste ich gerne, wie es demjenigen schmeckt!

Und zum Schluss gibt es noch mein heutiges Lieblingsbild. Entstanden ist es auf Glænø.

 

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