Sjælland Tag 2

Der Wecker klingelt am frühen Morgen. Lange schlafen im Urlaub ist nicht, da verpasst man ja alles. Bevor ich heute irgendetwas unternehme, gibt es erst einmal Frühstück. Währenddessen plane ich auch so halbwegs meinen Tag. Also eigentlich plane ich immer nur den halben Tag und entscheide den Rest meist spontan.

Frisch gestärkt gehe ich zu meinem Auto und hole mein Fahrrad aus dem Kofferraum. Es durfte auch dieses Mal wieder mit. Eine kleine Tour durch Roskilde steht auf dem Plan.

Meine Radtour führt mich zuerst durch den Folkeparken. Eine Art Amphitheater begrüßt mich gleich am Eingang. Ich durchquere den Park und fahre weiter zum Hafen. Am Wikingermuseum stehen die Leute bereits Schlange, zudem findet an diesem Wochenende auch noch ein Wikingerfest hier statt, dementsprechend voll ist es schon am Morgen. Von hier geht es weiter zum Byparken, ein weiterer Park mit einem kleinen Ententeich. Beide Parks sind relativ leer, wahrscheinlich, weil alle am Hafen sind. So muss ich wenigstens niemandem ausweichen. Es geht ein kleines Stückchen bergauf zur Domkirche. Der im gotischen Stil erbaute Dom gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Von hier oben kann man sogar den Hafen mit den vielen Menschen überblicken. Ich radele eine Runde um die Domkirche und komme dann am königlichen Palais vorbei, welches in quietschgelb erstrahlt. Es geht weiter in die Shoppingmeile, die zum Sonntag nicht großartig besucht ist. Hier steht die Sankt Laurentius Kirche, welche ebenfalls den gleichen Baustil hat, wie alle anderen Kirchen, die ich gestern gesehen habe. Von hier fahre ich in Richtung Bahnhof. Meine Tour endet auf einem Platz ganz in der Nähe, vor den Roskildekrukkerne, drei riesigen bunten Vasen. Ich radele das kleine Stück zurück zu meinem Auto und verstaue mein Fahrrad im Kofferraum. Jetzt geht es motorisiert weiter.

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Ich fahre noch einmal nach Lejre um ein paar Geocaches zu suchen. Es geht weiter nach Hvalsø. Auch hier gibt es noch einige Dosen zu suchen. Als ich den Großteil erfolgreich gefunden habe, fahre ich einfach der Nase nach in Richtung Norden. Irgendwann werfe ich einen Blick auf die Karte. Ganz in der Nähe ist eine Insel: Orø! Mein Beschluss steht fest, da fahre ich jetzt hin! Ich kämpfe mich quer durch nach Hammer Bakke Havn. Bei meiner Ankunft warten bereits einige Autos in der Schlange. Ich parke mein Auto erst einmal auf dem Parkplatz und laufe zu Fuß zum Fähranleger. Beim Blick auf die Preistafel erklärt mir ein älterer Herr in einem Dänisch-Englisch-Mix, wie das hier alles funktioniert. In diesem Augenblick legt die Fähre an und überraschend viele Autos rollen auf’s Festland. Ich schaue zu, wie die Fähre schnell neu beladen wird, um sofort wieder abzulegen. Dass ich diese Fähre jetzt verpasse, ist nicht weiter schlimm. In circa 15 Minuten legt bereits die nächste ab. Ich laufe zurück zu meinem Auto. Als ich mich mit diesem für die nächste Fähre anstelle, stehen bereits wieder zwei Fahrzeuge vor mir. Hier scheint ein reger Verkehr zu sein. Es dauert nur noch wenige Minuten, bis die Fähre erneut anlegt. Einige Autos rollen auf das Festland und die Fähre wird sofort neu beladen. Es gibt nur wenige Anweisungen, wie die Autos parken müssen. Die Fähre hat insgesamt vier Bahnen, wo jeweils vier bis fünf Autos hintereinander passen. Sind jetzt aber alle Autos so breit wie meins, dann passen vielleicht auch nur drei nebeneinander. Und ich habe nur einen Scirocco! Während der kurzen Überfahrt bleibt man im Auto. Die sechs Minuten nutzt eine Dame, um von Auto zu Auto zu gehen und den Betrag für die Überfahrt abzukassieren. Als sie fertig ist, legt die Fähre auch schon auf Orø an. Da ich auf Bahn eins stehe, darf ich auch als Erste runter rollen. Ich folge der Strasse bis nach Bybjerg, wo ich einen Zwischenstopp im Dagli’Brugsen einlege. Es geht weiter nach Brønde, zum Hafen von Orø. Es ist ein kleiner niedlicher Hafen mit einem kleinen Kiosk und einem kleinen Leuchtturm, welcher wahrscheinlich nicht größer sein muss, da man hier nicht am offenen Meer ist, sondern nur in einem Fjord. Ich fahre weiter über die Insel und lande in Nørre Stænge. Jetzt werden die neuen Gummistiefel entjungfert. Es geht ab ins kühle Nass zum Garnelenfangen. Die Kleinen werden später natürlich wieder frei gelassen. Wenn man diese kleinen Tierchen allerdings daheim im Aquarium hat, möchte man sich schon einmal den Unterschied genauer anschauen. Zum Schluss geht es noch etwas nach Norden. Der OrØstenen darf natürlich nicht außer Acht gelassen werden. Hierbei handelt es sich um einen Findling aus Bornholmer Granit, welcher mit einer der letzten Eiszeiten hier angerutscht kam. Zurück auf’s Festland geht es dann wieder mit der gleichen Fähre, welche jetzt fast voll befüllt ist. Kann man bei Sjælland eigentlich Festland sagen? Im Grunde ist es ja auch nur eine größere Insel.

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Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass noch genug Zeit ist, um noch ein bisschen mehr vom Land zu erkunden. Auf der Karte entdecke ich Hundested. Ich beschließe, mich dieser Stadt über den Landweg zu nähern. Die Fahrt nach Frederikssund geht relativ schnell und auch das Wetter hält weiterhin, was es verspricht: blauer Himmel! Die Wolken, die anfangs noch über mir hingen, sind alle verschwunden! Es geht weiter in Richtung Fredriksværk. Langsam neigt sich die Sonne dem Horizont. Ich merke, dass ich mein eigentliches Ziel nicht im Hellen erreichen werde. Also fahre ich weiter in Richtung Norden und lande in Liseleje. Mein Auto parke ich nur wenige Meter vom Strand entfernt. Der Strand ist fast menschenleer! Lediglich ein paar Kitesurfer kämpfen zwischen Sand und Wellen mit dem Wind. Ich gehe ein Stück der Sonne am Strand entgegen. Ein paar trockengelegte Boote bieten eine optimale Vorlage für ein schönes Strandfoto. Ich laufe den Strand auf und ab, bis sich die Sonne weiter gesenkt hat. Es wird langsam kühler und ich beschließe, den Rückweg nach Roskilde anzutreten.

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Zurück geht es über Ølstykke. Kurz vor Roskilde lege ich noch einen kleinen Stopp für einen kleinen Geocache ein. Dabei versinkt die Sonne immer weiter im Roskilde Fjord. Vor mir im Wasser liegt der Bolundstenen, eine riesige Felsformation der letzten Eiszeit. Im Restlicht der Sonne wirkt es nicht nur besonders beeindruckend, sondern auch sehr mystisch. Leider ist es schon zu dunkel, um den Weg bis auf den Bolund zu laufen.

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Zurück in Roskilde bekomme ich auch endlich einen Parkplatz am Hotel. Ich werfe meine Sachen ins Zimmer und laufe noch einmal durch die Innenstadt, auf der Suche nach einem Restaurant oder Bar, um noch etwas zu trinken. Diese Idee gestaltet sich Sonntag abends sehr schwierig. In einem italienischen Cafe werde ich eine halbe Stunde vor Schließung doch noch fündig. Danach schleiche ich nur noch zurück ins Hotel und falle ins Bett.

 

4 Kommentare zu „Sjælland Tag 2

  1. Da bist du ja ganz schön rumgekommen! In Frederikssund habe ich einige Jahre gewohnt, als ich neu nach Dänemark kam. Hundested mag ich sehr, das ist so gemütlich dort. Der ganze Roskildefjord ist eigentlich sehr schön. In Frederikssund ist auch eine ziemlich aktive Wikingergruppe, die sich ein kleines Dorf gebaut haben, unten am Fjord.

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    1. Ich muss auf jeden Fall nochmal in die Gegend (auch wegen Geocaching 😉). Hatte leider zu wenig Zeit. 5 Tage reichen einfach nicht! Und dabei habe ich sogar einen großen Bogen um Kph gemacht 🙈
      Ich fand es auch toll, dass es nicht so mit Touris überlaufen war, wie zB in Marielyst(Falster).

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